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Die Herscu-Methode - Zyklen und Segmente

Von: Paul Herscu ND

 


Das Herscu-Modul des RADAR-Programms (version 8, ® 1995-2001 ARCHIBEL S.A., Belgium) und Grundlegendes zu Zyklen und Segmenten

Schwierigkeiten beim Repertorisieren - Warum wir eine neue Perspektive benötigen


Jeder klassische Homöopath muß mit einem Repertorium arbeiten. Die Arzneimittel, aus denen unsere Materia medica besteht, enthalten so viele Symptome, daß es unmöglich ist, sich alle Symptome aller Arzneimittel zu merken. In der Tat kann es als Zeichen des Wiedererblühens der Homöopathie angesehen werden, wenn man zur Kenntnis nimmt, wie viele neue Arzneimittel jedes Jahr geprüft werden. Während dies für uns im Grundsatz sehr nützlich ist, da wir damit unsere Materia medica von 100 auf 1000 und schließlich auf 10.000 Arzneimittel erweitern, wird damit aber auch eine Schwierigkeit vergrößert, die bereits heute im Repertorium vorgegeben ist: Wie wir alle wissen, sind für einige Arzneimittel nur 40 Symptome im Repertorium zu finden, während es zu anderen 15.000 gibt.

Damit ist eine mathematisches Vorab-Gewichtung ins Repertorium eingebaut, die größeren Arzneimittel sind häufiger aufgelistet als die kleineren. Das bedeutet - statistisch gesehen -daß es wahrscheinlicher ist, daß Sie bei einem häufiger vorkommenden Arzneimittel landen als bei einem weniger häufig vorkommenden Arzneimittel.

Das liefert nun einen Hauptbeitrag zu dem Teufelskreis, der in unserer täglichen Praxis existiert: Es wird mehr über die häufiger benutzten Arzneimittel geschrieben und diese erhalten dadurch noch mehr Rubriken. Und so scheinen die weniger benutzten Arzneimittel immer weiter und weiter zurückzubleiben.

Auf irgendeine Weise muß man diese statistische Vorab-Gewichtung anerkennen und wirkungsvoll in der Repertorisation damit umgehen, damit eine reelle Bewertung stattfinden kann. Gibt es einen Weg zur Anwendung des Repertoriums, bei dem die kleinen Arzneimittel und großen Arzneimittel in der Repertorisation fairer repräsentiert werden? Das Repertorium hat eine natürliche Neigung, die großen Arzneimittel als die richtigen Arzneimittel anzuzeigen, wenn man jedes einzelne mögliche Symptom, also immer alles, aufnimmt. Traditionell haben wir dieses Problem dadurch gelöst, daß wir nur einen Teilbereich der Gesamtheit des Patienten in Betracht ziehen. In anderen Worten, welche Symptome sollten wir berücksichtigen, die wirklich den Erkrankungszustand des Patienten repräsentieren? Das führt uns dann zu zwei Problemen bei der Analyse der Repertorisation: Welche Symptome sollen wir benutzen und wie tragen wir dem Ungleichgewicht in der Zahl der Rubriken Rechnung, in denen die einzelnen Arzneimittel aufgelistet sind.

Eine weitere Schwierigkeit hat damit zu tun, zu begreifen, was das Repertorium eigentlich ist. Es ist ein Nachschlagewerk, in dem alle Symptome - geheilte und hervorgerufene - aufgeführt sind sowie die Arzneimittel, mit dem eine bestimmte Kategorie oder Rubrik erfolgreich behandelt wurde. Beispielsweise lautet eine Rubrik: Kopf - Schmerz - über dem Auge - 15 Uhr bis 18 Uhr, wobei ein Arzneimittel aufgeführt ist. Rubriken können, so wie diese, sehr spezifisch oder aber auch sehr allgemein sein. Eine allgemeine Rubrik wäre: Kopf - Schmerz und diese allgemeine Rubrik enthält Hunderte und Aberhunderte von Arzneimitteln. Das führt uns zur nächsten Schwierigkeit mit dem Repertorium und dem Repertorisieren. Je spezifischer eine Rubrik, desto besser für den Homöopathen, da sie wirklich eine größere Übereinstimmung zur Beschwerde des Patienten darstellt. Jedoch neigen spezifische Rubriken dazu, zu spezifisch zu sein und daher unvollständig und führen daher in die Irre. Nur weil hier nur ein einziges Arzneimittel aufgelistet ist, bedeutet das nicht, daß nur ein Arzneimittel in der Lage sein wird, dieses Symptom zu beseitigen. Somit ist das Ergebnis einer perfekten Rubrik Unvollständigkeit.

Ein weiteres Problem der Repertorisation wird schnell klar. Es scheint unmöglich, alle Symptome eines Patienten durch ein Arzneimittel abzudecken. Es sind zu viele Symptome vorhanden und es gibt kein durchgängiges Arzneimittel für alle diese Symptome.

Die homöopathische Theorie lehrt, daß man die Symptome des Arzneimittels mit den Symptomen des Patienten zur Deckung bringen soll. Diese Forderung macht jedoch - neben ein paar anderen Problemen mit der Theorie - die Repertorisation schwierig.

Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, daß man uns lehrt, es gäbe viele Theorien, wie man die richtigen Symptome für die Repertorisation auswählt. Leider gibt es aber keine klaren Hinweise oder Regeln, wann welche Theorie zu benutzen ist. Was bleibt, ist Verwirrung und man weiß nicht, welches Symptom jeweils das richtige ist. Dies bringt uns dazu, nach mehreren Methoden zu repertorisieren; und jedesmal bekommen wir eine andere Antwort. Welche ist die richtige?

Ein weiteres Problem gibt es mit den Aussagen des Patienten. Es kann schwierig sein, die Worte des Patienten mit der Originalsprache der Prüfung oder der Sprache, die im Repertorium benutzt wird, in Übereinstimmung zu bringen. Wenn beispielsweise ein Patient sagt: Wenn ich Kopfschmerzen habe, habe ich Schiß, oder Wenn ich Durchfall habe, schmeiß ich die Arbeit. Was bedeutet das? Wie stellt ein Homöopath diese Worte in Beziehung zur Prüfungssprache, die vielleicht vor 200 Jahren geschrieben wurde?

Ein weiteres Problem besteht darin, daß das Arzneimittel, nach dem Sie suchen, vielleicht nicht in der passenden Rubrik aufgelistet ist, weil es nicht gut genug geprüft wurde.

Es gibt zahlreiche Fehler im Repertorium, Übersetzungs- und typographische Fehler, die die Datenbank, die wir benutzen, weiter komplizieren. Während dieses Modul sich mit diesem Problem nicht direkt befaßt, tut dies aber ARCHIBEL. Der Grund, warum ich gerade ARCHIBEL auswählte, um dieses Modul zur Anwendung zu bringen, liegt darin, daß sich ARCHIBEL seit nun mehrerern Jahren intensiv bemüht, die Datenbank Synthesis zu korrigieren und dabei Fehler zu beseitigen.

Schließlich benötigt man einige Jahre sorgfältigen Studiums und praktischer Arbeit, um zu verstehen, wie man an die notwendigen Informationen gelangt, aufgrund derer man verschreiben kann.

 


Zusammenfassend bestehen folgende Probleme:

 


1) Es ist schwierig, die Informationen hervorzulocken;

2) Es ist schwierig, herauszufinden, ob man genügend Informationen hat;

3) Die Arzneimittel sind unvollständig geprüft;

4) Im Repertorium gibt es Fehler;

5) Rubriken sind unvollständig;

6) Sprachschwierigkeiten sind vorhanden;

7) Eine Vielzahl von Repertorisationsmethoden führt zu verschiedenen Antworten;

8) Die Tendenz zu den größeren Arzneimitteln

 

Zyklen und Segmente - ein neuer Weg, die Dinge zu betrachten


Die Herscu-Methode erlaubt ein logisch integriertes Studieren und Praktizieren der Homöopathie. Was hier dargestellt wird, sind die Grundzüge der Anwendung des Repertoriums sowie der Repertorisations-Methode. Um diese Arbeit umfassend zu verstehen, lesen Sie Stramonium, With an Introduction to Cycles and Segments, oder Philosophy of Healing, An Integrated Approach to Homeoapathy oder nehmen Sie per E-Mail Kontakt mit mir auf unter der E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Nachdem für Homöopathen, die nach Hahnemann arbeiten, Krankheit eine einzige Entität ist, muß es eine Methode geben, sie zu beschreiben, sie als eine Krankheit zu erkennen, eine Methode, mit der alle oben beschriebenen Schwierigkeiten überwunden werden können. Ich habe eine Methode entwickelt, bei der die Homöopathie verständlich wird aufgrund des Studiums von Zyklen (oder Muster), die jedes Arzneimittel aufweist sowie der Segmente (oder Unter-Muster), die sich durch den Zyklus ziehen.

Kurz gesagt, ich glaube, es ist das Patienten-Muster, was Hahnemann gemeint hat, als er von der Gesamtheit der Symptome sprach. Mit Gesamtheit meinte er nicht einfach die Gesamtzahl der Symptome sondern eher das gesamte Muster der Krankheit. Wenn wir eine Krankheit in dieser Weise betrachten können, werden wir besser in der Lage sein, die Hauptelemente oder Grundgedanken innerhalb jedes Arzneimittels zu identifizieren und zu isolieren, die ich dann Grundlegende Segmente nenne. Das wird uns erlauben, die Kette von Ereignissen wiederherzustellen, aus der wir das Muster erkennen, das zu allem paßt, was wir über den Patienten wissen.

Ich glaube, daß jedes Symptom, das eine Person schildert, ein Beispiel für eines der Grundlegenden Segmente ist, das in dem Zyklus der Krankheit des Patienten wirkt. In anderen Worten, ein Symptom steht nicht für sich alleine da. Es hat eine Beziehung zu anderen Symptomen und steht in Beziehung zu einem der Grundlegenden Segmente des Patienten oder des Arzneimittels und wird sich an vielen Stellen und auf vielerlei Weise wieder und wieder in anderen Symptomen zeigen. Einige dieser Symptome wird man in Rubriken finden, einige nicht. Das macht nichts. Es ist das Segment, die Idee, die zählt.

Der Zyklus selbst ist ein Fluß von Ereignissen, der aus einer Anzahl Grundlegender Segmente zusammengesetzt ist. Bei den meisten Patienten und Arzneimitteln findet man vier bis sechs Grundlegende Segmente. Jedes davon kann in kleinere Segmente aufgeteilt werden, was dem Arzneimittel noch mehr Farbe gibt. Jedes einzelne Segment kann mit einem Wort oder einem Ausdruck beschrieben werden, wie beispielsweise Sehnsucht nach Wohlbehagen oder heftige Überreaktionen. Im Logo des Hersu-Moduls sehen Sie, daß jedes Segment mit einem Pfeil auf das nächste Segment weist, womit die direkte Auswirkung auf das darauffolgende Segment symbolisiert wird. In gewisser Weise drängt es die Person zum nächsten Segment. Jedes Segment fließt in das nächste hinein, bis man beim vollständigen Zyklus ist. Der Zyklus ist die Krankheit.

Sie können an jedem Punkt aufspringen, bei jedem Segment starten. Das Muster ist ein kontinuierlicher Fluß.

Jedes Einzelthema, das bei einem Patienten erscheint, wird auf die eine oder andere Weise in eine dieser Gruppen von Ideen oder Segmenten passen, die das Gesamtmuster des Arzneimittels bilden. Daher nenne ich diese Grundideen Grundlegende Segmente; grundlegend deswegen, weil sie immanent und essentiell sind, Segmente deshalb, weil sie Teile des ganzen Zyklus sind.

Welche Symptome gehören in welches Segment?

Der schwierige Teil ist dabei, am Anfang zu lernen, wie man herausfindet, welche Rubriken man zu Gruppen zusammenfaßt, um die einzelnen Segmente im Zyklus zu bilden. Mit einigen Segmenten wird man leichter arbeiten können als mit anderen. Nehmen wir als Beispiel drei verschiedene Symptome: ein Krampf im Bauch, ein Krampf in der Wade und ein Zucken in der Zehe. Obwohl sie an verschiedenen Orten auftreten, haben sie die Idee des Verkrampfens gemeinsam. Da fällt es leicht zu erkennen, daß Verkrampfen eines der Grundlegenden Segmente für diesen Patienten darstellt.

Das geht auf immer höheren Ebenen der Betrachtung weiter. Einige werden Verkrampfen und Zucken als ähnlich betrachten. Einige werden Verkrampfen und Eigensinnigkeit, Starrköpfigkeit als ähnlich betrachten. Das ist weniger augenscheinlich. Was, wenn Sie es mit Verkrampfen und Zucken und Verstopfung zu tun haben? Was haben diese gemeinsam? Zusammenziehen. Was ist mit Verstopfung, Verkrampfen und Eigensinnigkeit, Starrköpfigkeit. Diese Symptome zeigen auf an Dingen festhalten. Obwohl alle diese Symptome gewissermaßen zur selben Grundidee gehören, werden dies manche Homöopathen erkennen, manche aber nicht.

Früher oder später werden Sie einen Patienten haben, der empfindlich gegen Licht, Berührung und Geräusche ist. Sie werden erkennen, daß das, was alle Symptome gemeinsam haben, Empfindlichkeit ist. Weniger offensichtlich wäre die Ähnlichkeit der Symptome Empfindlichkeit gegen Geräusche, Abneigung gegen Berührung und Furcht vor Räubern. Sind sich diese Symptome ähnlich? Ja, sie alle repräsentieren Furcht vor dem Eindringen. Es ist fast unheimlich, wie viel man mit dieser Bewertungsmethode voraussagen kann. Sie können nicht nur Symptome voraussagen, die Sie beim Patienten finden werden, sondern sogar Symptome, die hierzu in der Materia medica stehen.

Einige der Grundlegenden Segmente oder Gruppierungen werden abstrakter sein als andere. Letztere sind schwieriger wahrzunehmen als erstere. Was haben zum Beispiel folgende Symptome gemeinsam: Verlangen, gerieben zu werden, wünscht sich Trost, möchte getragen werden? Wohlbehagen. Das war einfach. Wie steht es aber mit Verlangen nach Milch, Süßigkeiten, Obstkuchen, Eiscreme und Obst? Das sind alles Nahrungsmittel, die Wohlbehagen erzeugen, die Art von Nahrungsmitteln, die wir möchten, wenn wir uns wohlfühlen wollen oder wenn wir in einem Zustand sind, in dem wir uns alleingelassen fühlen.

Wenn Sie also einen Patienten vor sich haben, dem es durch Trost besser geht, schauen Sie sich diese Rubrik an, aber Sie werden feststellen, daß das Arzneimittel, das Sie für das richtige halten, nicht da ist. Das passiert jedem Homöopathen - man findet gute Rubriken, die das richtige Arzneimittel aber nicht enthalten. Was nun? Was kann man tun? Schauen Sie sich an, nach welchen Nahrungsmitteln Verlangen besteht - vielleicht sind es Süßigkeiten, ein Signal für Suche nach Wohlbehagen. Nehmen Sie dieses Symptom einfach aus dem Grund, weil man darin dasselbe Segment sehen kann, das durch den ganzen Fall läuft, das Verlangen, die Sehnsucht nach Wohlbehagen. Und hier kommen wir zum Thema des Voraussagens. Ich garantiere Ihnen, daß Sie bei diesem Patienten viele andere Symptome finden werden, die dieselbe Idee repräsentieren. Dieselbe Idee muß da sein, überall, da sie ein Grundlegendes Segment ist.

Frustrierend ist es beispielweise aber auch, wenn man ein großartiges Symptom bekommt, das selten und eigentümlich ist, für das es aber keine Rubrik gibt. Wie oft ist Ihnen das passiert? Oder Sie finden die Rubrik für das eigentümliche Symptom, aber siehe da! Das Arzneimittel, das Sie dort erwarten, ist nicht da (wie in dem obigen Beispiel für Wohlbehagen). Was kann man jetzt machen? Der Zyklus aus Segmenten ist ein Weg, einige dieser häufigen Probleme zu lösen.

Die Theorie hinter dem Verfahren

Ich betrachte die Benutzung dieses Programms als ein Werkzeug, das hilft, Informationen, die man vom Patienten erhalten hat, zu organisieren (zu strukturieren) und den Homöopathen dabei unterstützt, die wirkliche Pathologie des Patienten zu verstehen. Dies geschiegt dadurch, daß es Ihnen solange Anstöße gibt, bis ein Zyklus geschaffen ist, der die Pathologie beschreibt und der Patient feststellt, daß es ihn wirklich widerspiegelt.

Das Programm läuft auf einer RADAR-Version, die einige der Ergänzungen zum Repertorium nutzt und eine immer weiter zunehmende Zahl von Ergänzungen aus unseren Praxen enthalten wird, die das Repertorium für den Praktiker nützlicher macht. Als Beispiel: Obwohl wir inzwischen lange mit dem Repertorium und seit einem Jahrhundert mit Arzneimitteln wie Medorrhinum arbeiten, haben wir Medorrhinum noch nicht in der Rubrik Eigensinnig ergänzt, obwohl dies auf so viele Kinder und Erwachsene zutrifft. Ein weiteres Beispiel: Das Repertorium enthält die Rubrik Alkoholismus - heimlicher Trinker und Sulphur als einziges Arzneimittel - und wir alle halten dies für ein bedeutendes Schlüsselsymptom von Sulphur. Es ist allerdings eine bekannte Tatsache, daß die Mehrheit der Alkoholiker sich irgendwann auf diese Art verhalten wird. Und aus solchen Anlässen stellte ich mir die Frage, wie man das Repertorium für den Praktiker benutzerfreundlicher machen könnte und ich glaube, daß uns das gelingen wird. Dieses Modul ist ein erster Schritt dorthin.

Das Programm verfügt über die Optionen, entweder in der freien oder der interaktiven Weise zu arbeiten. Zum ersten Mal ist das Repertorium nicht bloß ein passiver Empfänger sondern wird mit Ihnen gemeinsam aktiv. Dies geschieht dadurch, daß zur richtigen Zeit einige Fragen gestellt werden, die wiederum den Homöopathen veranlassen, Fragen zu stellen, die schließlich zu einer vollständigeren Fallaufnahme führen werden. Der Preis für eine Struktur, und das gilt für jede Struktur, ist jedoch Unbeweglichkeit. Ich bitte Sie dringend, sich mit diesem Teil des Programms vertraut zu machen, da es es Ihnen ermöglichen wird, Ihre Arbeit mit den Patienten präziser werden zu lassen. Wenn Sie damit vertraut sind, kann man den interaktiven Teil auf verschiedenen Ebenen abschalten und Sie können weniger formal in der freien Weise damit arbeiten.

 

Anwendung des Programms
Anlegen des erstenSegments

 

Als erstes fordert das Programm, daß ein Zyklus der Pathologie des Patienten angelegt wird. Beispielsweise klagt der Patient über ein bestimmtes Problem. Der Homöopath notiert die Beschwerden und versucht, den wichtigsten Teil dieser Beschwerden herauszufinden.

Wenn die Antwort eindeutig ist, suchen wir die Rubrik, die der Antwort entspricht und sie wird als erstes Segment festgelegt. Das erste Symptom also, das wir gefunden haben, wird als erstes Symptom im ersten Segments aufgeführt.

Der Homöopath sollte sodann nach anderen ähnlichen Beschwerden fragen oder ob es etwas gibt, was dem Patienten in ähnlicher Weise zu schaffen macht. Wenn beispielsweise die erste Beschwerde Zahnfleischbluten ist, erhält man eventuell nach Befragung von der Patientin die Antwort, daß auch Blutungen in der Vagina und im Rektum auftreten. Diese Symptome werden alle ins gleiche Segment übernommen, für das die Grundidee und damit auch der Name Blutung sein sollte.

Es ist auch möglich, daß der Patient bei der Frage nach ähnlichen Symptomen sagt, nein, ich habe keine anderen Blutungen, aber er hat reichliche Diarrhoe, häufiges Urinieren und reichlichen Schweiß. Es stellt sich heraus, daß Blutung nicht die gemeinsame Grundidee ist, sondern daß das Segment insgesamt von Verlust von Körperflüssigkeiten handelt und daher sollte das Segment so benannt werden.

Obwohl alle Symptome eingegeben und den verschiedenen Segmenten zugeordnet werden, erfolgt dies ohne Bewertung und ohne besondere Bedeutung. Sie werden in den Segmenten nur als Referenzen und zum besseren Verständnis des Patienten aufgelistet.

Standardmäßig werden alle Symptome bei einer Repertorisation berücksichtigt und sind daher mit einem Häkchen gekennzeichnet. Alle Rubriken, die im gleichen Segment markiert wurden, werden so zu einer Meta-Rubrik zusammengefaßt und repräsentieren nunmehr das Grundlegende Segment. Bitte beachten Sie, daß dieser Prozeß die Schwierigkeiten mit den gegenwärtigen Repertorien beseitigt, in denen Rubriken zu klein oder unvollständig sein können. Zum ersten Mal überhaupt trägt dieser Prozeß des Zusammenfassens der Unvollständigkeit Rechnung und gewährleistet die relative Gleichstellung der kleinen und großen Arzneimittel sowie der Rubriken.

Grundsätzlich gilt: Um eine zweckmäßige Zusammenfassung zu erhalten, sollte man in einem Segment die Rubriken so kombinieren, daß insgesamt nicht mehr als ca. 120 Arzneimittel Berücksichtigung finden. Dies ist beispielsweise möglich mit nur einer Rubrik mit 150 Arzneimitteln oder mit drei Rubriken mit je 40 bis 50 Mitteln oder mit fünf bis sechs Rubriken, zu denen jeweils 15 bis 20 Arzneimittel gehören.

Hier sei noch ein kleiner Leckerbissen angesprochen, der ein eigenes Buch verdient hätte - und ich entdeckte, daß dies bei der Repertorisation gut funktioniert: Ganz allgemein ist davon auszugehen, daß es besser zu sein scheint, relativ wenig miteinander in Beziehung stehende Rubriken in ein Segment einzubringen. Beispielsweise ein Gemütssymptom und ein körperliches Symptom innerhalb desselben Segments, oder ein Gemütssymptom und zwei körperliche aus verschiedenen Körperbereichen spiegeln jeweils ein Segment gut wider. Warum? Das hat mit der Tatsache zu tun, daß es wahrscheinlicher ist, das Arzneimittel zu erhalten, das Sie wollen und es nicht zu verlieren, weil es in den Teilen des Repertoriums, die Sie betrachten, nicht vorhanden ist. Dies gilt besonders für kleinere Arzneimittel, die in einem Teil des Repertoriums stark vertreten sind, in andern aber nicht. Sie stellen mit diesem Verfahren sicher, daß das Arzneimittel den Prozeß des Zusammenstellens von Rubriken überstehen wird. Einmal kam beispielsweise ein Patient zu mir, der über einen langen Zeitraum bei vielen Homöopathen gewesen war, die das für ihn richtige Arzneimittel aber nicht herausgefunden hatten. Ich notierte mir, wie träge der Patient war, er wachte spät auf und wollte weder zur Schule noch zur Arbeit gehen oder aus dem Bett aufstehen und hatte schlechte Laune, wenn er aufstand. Er hatte viele Symptome von Sulphur, Lycopodium und vielen anderen Arzneimitteln. Die Gemütssymptome, die ich auswählte, waren vielleicht durchaus korrekt und trotzdem kann es wegen der starren Struktur des Repertoriums geschehen, daß das Arzneimittel, das man will, nicht in den auswählten Rubriken steht. Das Arzneimittel war Aesculus hippocastanum. Glücklicherweise entdeckte ich auch, während ich die Probleme des Patienten mit dieser Methode analysierte, daß der Patient Rückenschmerzen beim Aufstehen hatte, weswegen er nicht aufstehen wollte. Sobald ich erst einmal diese beiden Rubriken, die Trägheit und die Rückenschmerzen beim Aufstehen, kombiniert hatte und dann den übrigen Fall aufnahm, kam Aesculus hippocastanum heraus. Bevor wir jetzt also beginnen, das Gemütskapitel abzusuchen, um herauszufinden, ja, Aesc. ist unter verschiedenen Arten der Trägheit aufgelistet, so ist doch eines klar: Sie sollten nicht im Nachhinein nach der perfekten Rubrik suchen. Durch Zusammenfassen ähnlicher Symptome unter derselben Idee wird ein Segment gebildet. Durch Berücksichtigen verschiedener Körperbereiche wird es weniger wahrscheinlich, daß Sie ein kleines Arzneimittel verlieren, für das die meisten Symptome in einem anderen Kapitel des Repertoriums zu finden sind.

Wenn Sie mal ein Segment verstehen, geben Sie alle Symptome ein, die wirklich das Segment repräsentieren. Dabei kann es passieren, daß der Computer Ihnen mitteilt, daß Sie zu viele Rubriken ausgewählt haben. Wenn Sie beispielsweise vorhaben, drei Rubriken in ein Segment aufzunehmen und jede Rubrik hat 150 Arzneimittel, so wird der Computer Sie fragen, ob Sie wirklich so viele große Rubriken bzw. so viele Rubriken überhaupt auswählen wollen. Wenn Sie diese Arbeit gemacht haben, ist Ihr erstes vollständiges Segment gebildet und kann jetzt eine Bezeichnung erhalten.

Nun können Sie sich mit dem nächsten Segmenten befassen.

 

Anlegen des nächsten Segments

 


Sobald einmal die Symptome für das erste Segment einschließlich dessen Bezeichnung ausgewählt sind und Sie die Rubriken dieses Segments verstehen, stellt Ihnen der Computer Fragen, aufgrund derer Sie Folgerungen aus diesen Symptomen ziehen sollen, mit dem Ziel, Symptome, die Sie zum nächsten Segment führen, zu finden.

Es muß nochmals betont werden, daß der Homöopath die Befragung des Patienten darauf ausrichten muß, herauszufinden, was das zweite Segment ist. So wiederholt sich das Vorgehen wie beim Anlegen des ersten Segments. Dieser Prozeß erneuert sich selbst. Und wie beim ersten Segment finden wir allmählich mehr und mehr Antworten, mehr und mehr Beispiele, was das zweite Segment sein wird. Wir übernehmen die entsprechenden Rubriken und geben dem Segment einen Namen. Jetzt ist auch dieses Segment vollständig.

Die Fragen stellen sich erneut und diesmal führen die Antworten zum dritten und dann zum vierten Segment, bis die erhaltenen Antworten für das letzte Segment Symptome sind, die tatsächlich wieder auf die Symptome des ersten Segments verweisen. Der Zyklus ist vollständig und geschlossen.

 

Es gibt noch einige Fragen

 


Meist paßt der gesamte Fall in vier bis sechs Segmente. Das Herscu-Modul für RADAR erlaubt das Anlegen von bis zu 6 Segmenten. Mehr sind nicht möglich. Wenn Sie mehr als 6 Segmente anlegen wollen, so könnte es sein, daß einige der Segmente keine wirklichen Segmente sind, sondern zu einer der vorhandenen Ideen gehören. In einem solchen Falle übernehmen Sie eines der Segmente in ein bereits bestehendes Segment. Sie können aber auch Segmente in zwei Untersegmente aufteilen. Wenn Sie dann jedoch feststellen, daß dies ganz oder teilweise zu Wiederholungen führt, können Sie die zwei Untersegmente wieder zu einem Segment zusammenfassen.

 


Unvollständigkeit

 


Es kann sein, daß Sie manchmal nicht erkennen können, was das nächste Segment der Pathologie ist. Sie stecken fest. Sie verstehen nicht, was die wirkliche Pathologie ist, warum die Symptome überhaupt entstanden sind und in welcher Beziehung sie zueinander stehen. Sie haben den Zyklus nicht vervollständigt. Da wir aber den kompletten Zyklus benötigen, gelangen wir vielleicht zum Ziel, wenn wir uns zurückbewegen. Die Fragen, die sich stellen, lauten: Welche Umstände führten zur ersten Idee oder welche Situationen bringen die Symptome hervor, die in diesem ersten Segment aufgeführt sind? Die vielfältigen Antworten auf diese Frage beschreiben alle verschiedene Rubriken, die alle veranschaulichen, was das Grundlegende Segment ist, das dem ersten Segment vorausgeht. Wir machen in diesem Bemühen weiter, arbeiten uns rückwärts vor, bis wir bei der letzten Idee ankommen, die wir vorher hatten, und der Zyklus ist vollständig. Jetzt können wir erkennen, welche Erkrankung vorliegt und wo alle Symptome herkommen.

 


Analyse

 


Wenn die Arbeit beendet und der Zyklus vollständig, der Kreis also geschlossen ist, kann die Analyse gestartet werden. Die Analyse zeigt die Arzneimittel auf, die in allen Grundlegenden Segmenten gemeinsam vorhanden sind. So finden Sie ein Arzneimitel, das in jedem der Segmente vorkommt.

 


Beachten Sie bitte, daß der Bildschirm zweigeteilt ist.

 


In der oberen Hälfte stehen in alphabetischer Reihenfolge alle Arzneimittel, die in jedem der Segmente vorkommen.

In der unteren Hälfte werden die kleineren Arzneimittel, die kombinierten Salze und die Nosoden aufgelistet, die möglicherweise in allen Segmenten außer einem oder zweien vorkommen. Dieser Bildschirm dient zur Korrektur. Er erlaubt eine letzte Überprüfung, um sicherzugehen, daß die Arzneimittel, die nur an wenigen Stellen im Repertorium vorkommen, nicht verloren gehen. Auf diese Weise können wir sicherstellen, daß ein Arzneimittel, das nur in 20 Rubriken vorkommt, nicht von einem Arzneimittel, das in 15.000 Rubriken enthalten ist, erdrückt wird.

Man kann jedes der aufgelisteten Arzneimittel anklicken und auf das Symbol für die Schlüsselsymbole ziehen und so rasch die wesentlichen Symptome des Mittels nachlesen.

 


version 8, ® 1995-2001 ARCHIBEL S.A., Belgium.

 


Ein Beispiel

 


Dies ist ein Beispiel, wie Sie die bisher beschriebene Methode in der interaktiven Weise benutzen können.

Ein Patient kam mit der Hauptbeschwerde Arthritis im linken Sprunggelenk zu mir. Als ich ihn fragte, welcher Aspekt der Beschwerde ihn wirklich am meisten stört, sagte er, daß es die Einschränkungen seien, die ihm dadurch in seiner Lebensgestaltung auferlegt würden würden. Auf Nachfrage bestätigte er, daß dies das Schlimmste für ihn sei. Ich bat ihn, mir von anderen Dingen zu erzählen, die ihn auf diese Weise einschränken und von Zeiträumen, in denen er Einschränkungen und Grenzen verspürt hatte. Nachdem er darüber kurz nachgedacht hatte, sagte er, wenn andere ihre Meinung sagen und er sich nicht ausdrücken könne oder wenn er wütend sei und sich nicht ausdrücken könne oder ganz allgemein, wenn er etwas stark fühle, aber glaube, daß er dies nicht ausdrücken könne. All das übersetzte ich in folgende Rubriken:

 


Gemüt - Beschwerden durch - Zorn - unterdrückten Zorn, durch

Extremitäten - Schmerz - Knöchel - Bewegung

Extremitäten - Schmerz - Bewegung

 


Ich schrieb diese drei Rubriken in ein Segment, daß ich Kann Einschränkungen nicht ertragen nannte.

Ich fragte ihn, was er mache, wenn er wütend sei oder wenn er die Steifheit und den Schmerz im Knöchel fühle. Er sagte, er würde es unterdrücken und depressiv werden. Er finge an, sich selbst gegenüber ein schlechtes Gefühl zu bekommen und fühle sich schuldig, weil er so fühle. Nach anderen Beispielen gefragt, was er zu einem solchen Zeitpunkt tue oder fühle, erzählte er mir, daß er aufhöre, sich zu bewegen, er ziehe sich von anderen zurück. Nach den Schmerzen im Knöchel gefragt, sagte er, er höre auf, ihn zu bewegen und stütze ihn mit der Hand. Diese Informationen übersetze ich in Rubriken, die das zweite Segment bilden werden, das ich Unterdrückung nenne.

 


Extremitäten - Schmerz - Druck - amel.

Gemüt - Angst - Gewissensangst

 


Dann frage ich ihn, was er mache, wenn er sich so schlecht fühle. Er erzählte mir, daß er sich von Menschen zurückziehe. Aber das hätte ich erraten können, denn das ist eine weitere Information, die in das zweite Segment hineinpaßt.

Ich fragte ihn, was er dann mit dem Knöchel mache, was er mache, wenn er sich selbst so schlecht fühle, was er wegen des Schuldgefühls mache. Er erzählte mir, daß er daheim sitze und fernsähe. Ich fragte ihn warum, und er sagte mir, weil er das Medium mag, weil er das Fernsehen mag. Aber er bestätigt erneut, daß es das sei, was er mache, wenn er sich mies fühle. Er nähme Schmerzmittel und reibe den Knöchel mit einer Mentholsalbe ein, um die Schmerzen loszuwerden. Nach einer Weile müsse er ihn bewegen, um ihn anzustrengen, damit er sich besser fühle. Ich fragte ihn, was er sonst noch mache und er erzählte mir, daß er manchmal ins Kino oder zum Essen ginge. Oder er masturbiere sogar, um aus dem Tief herauszukommen. Ich übersetzte das in dieRubriken

 


Gemüt - Fliehen, versucht zu

Männliche Geschlechtsorgane - Masturbation, Neigung zur

Männliche Geschlechtsorgane - Masturbation, Neigung zur - niedergeschlagen, wenn

Extremitäten - Schmerz - Bewegung - amel.

 


Hier sehen wir, daß dies alles Strategien sind, die dazu dienen, zu fliehen, sich einzuschläfern, sich abzulenken und sich zu betäuben. Ablenkung " wird der Name dieses dritten Segments.

Als ich ihn fragte, wohin ihn das führe, sagte er mir, daß er es nicht wisse, daß er darauf keine Antwort geben könne. Darauf ging ich zum ersten Segment zurück, das ich hatte, und versuchte herauszufinden, was zu den Symptomen führte, die zu diesem Segment gehören. Er erzählte mir, daß er bei Bewegung zu starke Schmerzen spüre und daß es die Schmerzen seien, die ihn einschränkten. Auf Nachfragen hin erzählte er mir auch, daß er emotional zu viel spüre und das führe zu emotionalen Schmerzen, die ihn ebenso einschränkten. Und so werden die geschilderten Symptome

 


Gemüt - Beleidigt, leicht

Gemüt - Furcht - Schmerz - vor dem Schmerz

 


Gemüt - Empfindlich - Schmerz, gegen

 


zu Rubriken für ein Segment, daß ich leicht beleidigt nenne. Somit führt das Leicht Beleidigt-Sein zu dem Gefühl der Einschränkung und dies wiederum zum Gefühl der Niedergeschlagenheit, was schließlich zum Sich-Ablenken führt. Es bleibt die Frage: warum so leicht beleidigt?

 


Und so fragte ich, welche Umstände dazu führten, so schnell Schmerzen im Knöchel zu spüren. Er antwortete, wenn der Knöchel schwach oder überarbeitet sei, knicke er leicht um. Auf die Frage nach dem emotionalem schnellen Beleidigt-Sein sagte er, er fühle sich willensschwach. Er erzählte mir auch, daß er sich nach dem Masturbieren sehr schwach, sehr offen fühle. Wenn ich nun diese Symptome in Rubriken umwandle, bekommt man:

 


Allgemeines - Schwäche - Masturbation, durch

Extremitäten - Schwäche - Knöchel

und ich gebe diesem Segment den Titel Schwäche.

 


Die Antworten auf die Frage, woher die Schwäche komme, sind offensichtlich, da sie bereits vorher gegeben wurden: Durch Beanspruchung des Gliedes, durch Bewegung und durch Masturbation. Damit ist der Zyklus vollständig. Die Segmente ließen erkennen, daß die Schwäche zu leichtem Beleidigt-Sein führt, was wiederum zum Gefühl der Einschränkung führt, was dann zu Niedergeschlagenheit führt, was dann zu einem Sich-Ablenken führt und was schließlich zurück zu Schwäche führt.

 


Damit bestand die vollständige Repertorisation aus folgenden Rubriken:

Gemüt - Beschwerden - Zorn - unterdrückten Zorn; durch

Extremitäten - Schmerz - Knöchel - Bewegung.

Extremitäten - Schmerz - Bewegung

Extremitäten - Schmerz - Druck - amel.

Gemüt - Angst - Gewissensangst

Gemüt - Fliehen, versucht zu

Männliche Genitalien - Masturbation, Neigung zu

Männliche Genitalien - Masturbation, Neigung zu - niedergeschlagen, wenn

Extremitäten - Schmerz - Bewegung - amel.

Gemüt - Beleidigt, leich

Gemüt - Furcht - Schmerz - vor dem Schmerz

Gemüt - Empfindlich - Schmerz, gegen

 


Allgemeines - Masturbation; Beschwerden durch

Allgemeines - Schwäche - Masturbation, durch

 


Extremitäten - Schwäche - Knöchel

 


Die Analyse erbrachte kein Arzneimittel, das zu allen Segmenten gehörte, einschließlich Staphysagria. Bitte beachten Sie, daß kein Arzneimittel alle Rubriken abdeckt.

Der eigentliche Grund, warum ich diesen Fall herausgesucht habe, liegt darin zu zeigen, wie wunderbar mit dieser Analysemethode gearbeitet werden kann.

 


1. Beachten Sie zunächst, wie wunderbar die Fallaufnahme abläuft, sie ist sehr pointiert und präzise. Eine Aussgae führt zur nächsten und wieder zur nächsten.

2. Man kann sicher sein, daß ein Fall aller Wahrscheinlichkeit nach vollständig ist, wenn die Segmente sich zu einem Kreis schließen.

3. Dieser Fall beinhaltet eine gewisse Vorhersagbarkeit und Symmetrie, da wir sehen, daß einzelne Ideen in verschiedenen Bereichen beim Patienten vorkommen

4. Wir müssen uns nicht so sehr mit der Frage abmühen, welche Rubrik wir nehmen sollen, da wir das in Frage kommende Arzneimittel nicht verlieren werden.

5. Der vielleicht wichtigste Punkt ist, daß die Arthritis mit Staphysagria verschwand, und dies, obwohl Staphysagria in keiner der Arthritis-Rubriken vorkommt. Aber um es nochmal zu sagen, das ist auch nicht notwendig, da für uns die Arthritis nicht die Erkrankung war, sie ist einfach nur ein Ort, an dem sich die Erkrankung zeigte, einfach ein Beispiel. Die Erkrankung ist der gesamte Zyklus, den sie hervorbringt, und in diesem Zyklus steht Staph. an herausragender Stelle.

 


Ebenso wird es eine einfache Sache, Staphysagria zu finden, wenn man die Segmente einzeln betrachtet. Aber bedenken Sie, wie viel schwieriger es gewesen wäre, wenn wir angefangen hätten, uns auf verschiedene Einzelbereiche des Falles zu konzentrieren. Den Patienten mit Hilfe der Segmente zu betrachten, verhindert Fehleinschätzungen bei dem, was der Patient als seine größten Probleme betrachtet, mit denene er sich konfrontiert sieht.

 


Die weniger formale Methode

 


Eine etwas weniger formale Methode bei der Benutzung des Programms besteht darin, auf gleiche Weise anzufangen und die Beschreibungen des Patienten zu verfolgen und später darauf zurückzukommen und dann den Zyklus zu vervollständigen. Dabei kann es geschehen, daß der Patient Ihnen ein oder zwei Symptome liefert, die in das erste Segment passen, aber daß er dann direkt zu einem Symptom springt, das nicht zum ersten Segment gehört. Wir stellen es einfach in ein anderes Segment und folgen dem Patienten, während er uns weitere Symptome schildert. Jetzt gibt er uns z.B. ein anderes Symptom, das ins erste Segment gehört, dann eines für das dritte Segment, dann eines für das vierte. Schließlich wird der Patient langsamer und hat das Gefühl, alles gesagt zu haben. Dies ist der Zeitpunkt, um die Segmente miteinander zu verbinden,herauszufinden, welches Segment auf welches andere folgt. Das sollte einfach sein, da die Symptome innerhalb eines Segmentes aufeinander folgen. Wie bei dem oben genannten Beispiel könnten wir dann sehen, daß die Überanstrengung des Gliedes zur Schwäche führt, die ihn für die Empfindsamkeit gegenüber Schmerz öffnet. Die Symptome werden sich zu diesem Zeitpunkt selbst organisieren. Dies ist dann auch der Zeitpunkt, an dem Sie nach weiteren Beispielen für jedes Segment fragen können, wenn Sie das Gefühl haben, daß es noch nicht vollständig ist.

 


Organisation in Ebenen

 


Es ist auch möglich, daß Sie nur einen einzelnen Aspekt des Patienten verfolgen und ein Segment nach dem anderen anlegen, bis Sie einen vollständigen Zyklus geschaffen haben, aber nur unter Betrachtung eines Aspekts des Patienten. Dann wird es Zeit, den Zyklus noch einmal durchzugehen und nach weiteren Beispielen für denselben Zyklus zu fragen. Beispielsweise ist es bei dem dargestellten Fall genauso möglich, daß auf die Frage an den Patienten, warum er gekommen sei, seine Antwort wegen Arthritislautet und Sie zu demselben Zyklus wie vorhin führen würde. Beispielsweise was stört Sie? Die Einschränkungen; was schränkt Sie ein?, Weil bei Bewegung so starke Schmerzen verspürt werden; warum die Schmerzen? Aus Schwäche; warum die Schwäche? Durch Überanstrengung; warum die Überanstrengung? Durch die Steifheit, das Stillhalten; warum das Stillhalten? Wodurch wir wieder zum Anfang zurückgelangen. Der Zyklus ist vervollständigt und rein technisch gesehen mag der Patient das Gefühl haben, daß der Fall abgeschlossen ist, aber für uns ist die Arthritis am Knöchel nur ein Symptom für das wirkliche Problem und entsprechend sollten wir in der Lage sein, weitere Symptome zu finden, die die Erkrankung wiederspiegeln. Der Grund, warum diese Symmetrie wichtig ist, liegt darin, daß, wenn Sie nur die Rubriken anschauen, die Arthritis beinhalten, Staphysagria nicht gut repräsentiert wird. Wenn Sie jedoch die verschiedenen Ebenen für jedes echte Segment vervollständigen, so kommt Staphysagria schnell zum Vorschein. Also sage ich es meinem Patienten. Ich sage vielleicht etwas wie wenn diese Symptome wirklich das Hauptproblem sind, sollte ich noch andere Auswirkungen feststellen können, die mir dieselbe Idee zeigen, andere Symptome im Körper oder Gefühle, die dieselbe Idee repräsentieren. Dann würde ich ins Detail gehen, wenn der Patient keine Antworten geben kann. Wann sind Sie sonst noch schwach, wann sind sie sonst noch gestreßt, wann sonst fühlen Sie zu starke Schmerzen und so weiter.

Der Fall wird sich herauskristallisieren und sich schön entwickeln, wenn Sie dieser Methode folgen. Es kommt dabei nicht darauf an, in welcher Reihenfolge Sie die Symptome aufnehmen, was zählt ist die Idee, die Sie als Homöopath haben, bevor Sie mit dem Fall beginnen. Ich suche nach Segmenten, die einen Zyklus bilden und die Segmente werden alle Symptome enthalten, die mein Patient beschreibt und sie werden zu bestimmten Ideen passen, die alle miteinander verbunden sind. Wir hatten bisher nie ein Endergebnis bei der Fallaufnahme. Niemand konnte je beschreiben, wann ein Fall abgeschlossen ist, aber ich glaube, wir können es. Er ist abgeschlossen, wenn jedes Segment klar ist und die Abfolge der Segmente in einen Zyklus paßt. Und danach sollte es leicht sein, alles, was der Patient aussagen wird, vorherzusagen.

 


Die informelle Methode

 


Eine ganz informelle Methode ist es, Segmente während oder nach der Anamnese anzulegen und sich nicht um den Zyklus zu kümmern. Solange Sie die Grundidee, die hinter den Segmenten und ihrem Zusammenwirken steckt, verstehen, wird Sie die Repertorisation am Ende zur gleichen Gruppe von Arzneimitteln führen. Ich möchte Sie zu diesem Verfahren aber nur ermutigen, wenn Sie in den Materiae medicae gut Bescheid wissen. Der Grund liegt darin, daß die Abfolge von einem Segment zum nächsten identisch sein wird mit der Abfolge von Abschnitten des benötigten Arzneimittels. Während Homöopathen, die mit der Materia medica gut vertraut sind, diese Arbeit im Kopf ausführen können, glaube ich, daß diese Vorgehensweise zu viel Spielraum für Fehler läßt, was auch die Tatsache belegt, daß selbst die Besten unter uns unseren Patienten nicht genügend helfen können.

 


Wann soll man das Programm benutzen?

 


Beachten Sie, daß Sie auch einen Fall zunächst aufnehmen können und dann erst dieses Programm benutzen, wobei dann die vom Programm gestellten Fragen mehr dazu dienen, ihrem Gedächtnis nachzuhelfen oder Sie dabei zu unterstützen, die gewonnenen Erkenntnisse auf eine logische Weise zu strukturieren. Wir alle haben es schon erlebt: Je länger man mit einem Repertorium dasitzt, desto mehr Repertorisationsmethoden erscheinen möglich und desto mehr gerät die Analyse durcheinander. Mit der Methode aus diesem Programm jedoch bleiben die wichtigen Symptome an vorderster Stelle und gehen nicht unter.

 

version 8, ® 1995-2001 ARCHIBEL S.A., Belgium.

Letzte Aktualisierung: 01.01.2013